Einige tolle planungen Bilder:
Zielgebiet City – Wien, Innere Stadt

Bild von In_Zukunft_Wien
Planungsstadtrat Rudi Schicker mit Zielgebietskoordinatorin Andrea Kreppenhofer (2.v.l.) über die Planungen für den 1. Bezirk in Wien
Phantom of Time

Bild von h.koppdelaney
Falls Psychologie interessiert:
Das Schreckgespenst der Zeit – Wandel – Motivationskräfte A1 – B1
Die Zeit ist mir davon gelaufen. Nichts von dem, was ich geplant habe ist eingetroffen. Der Wandel hat zugeschlagen, das Unerwartete, das Schicksal, das Chaos. Alles ist ganz anders gekommen, doch im Endeffekt viel besser, als ich es jemals hätte planen können. Warum habe ich mir überhaupt Vorstellungen von meiner Zukunft gemacht? Die Pläne waren nutzlos und ich musste zusehen, wie schließlich all meine Bemühungen vom Mühlrad der Zeit zu Staub zermalen wurden.
Pläne schmieden, das ist ein autonomer Faktor in der Psyche. Die Welt ist aggressiv, unberechenbar und ängstigend. Das ist die dunkle Seite der Natur mit ihrem Wettbewerb der Starken, der Rudelführer. Überall lauern Gefahren und Raubritter, doch nicht für alle Menschen, denn die naiven sehen sie nicht und die starken – die fürchten weder Gott noch Teufel – und machen sich die Angst der anderen zunutze.
Sobald ich ausreichend von A1 motiviert werde, fühle ich mich mutig und lebenstauglich. Nimmt die Energie von B1 in mir zu, werde ich zunehmend ängstlich und versuche mich gegen alle möglichen Gefahren abzusichern. Und damit folgt der Wunsch, Ordnung zu schaffen, Planungen aufzustellen um vor dem Chaos Sicherheit zu haben.
Doch alles nutzt nur vorübergehend, denn der Wandel und die rasende Zeit werfen wieder alles über den Haufen und ich stelle fest, dass meine Planungen sinnlos waren.
Dennoch, für einige Zeit hielt die Hoffnung an, ich könne mit meinen Sicherheitsvorkehrungen auf der richtigen Seite stehen. Es war die falsche. Was ich ansammelte will heute keiner mehr haben. Der Geschmack hat sich geändert, der Zeitgeist hat die Werte von gestern einfach aufgefressen.
Nichts mehr da. Bröckelnde Fassade. Verfallene Schönheit. Wertlose Papiere. Gibt es bleibende Werte? Gibt es etwas, das sich nicht geändert hat im Strom der Zeit? Etwas, was sich von dem Geier nicht fressen ließ?
Ja, mein Wesenskern. Jenes „Etwas“ in mir, das den Wandel des Lebens und seiner Strukturen erlebt. Aus ihm heraus erlebe ich meinen Durst, meine Lust, meinen Verdruss und meine Freude. Die Freude an einem flatternden Schmetterling. Die Lust auf ein Schokoladeneis. Keine großartigen Dinge also, vielmehr die Ereignisse des Augenblicks.
Wenn ich an den Alltag denke mit seinen Fehlschlägen und neuen Hoffnungen, unterliege ich wieder der Folter der Zeit. Das Sorgenkarussell dreht sich mit wechselnder Geschwindigkeit und die einzige Rettung ist der Sprung in die Zeitlosigkeit, ins Hier und Jetzt.
In jedem Augenblick – vorausgesetzt du nimmst ihn wahr und rast nicht in deiner Ego-Geschichte umher – ist die Zeitlosigkeit. Sie kann einbrechen in dein sorgenvolles Grübeln und du magst dich erschrecken, weil gerade kein Gedanke im Kopf ist und das Denken ausgesetzt erscheint.
Ich kenne dieses Einbrechen des Denkens von früher. Ich hatte auf einer Party zuviel Alkohol getrunken, saß auf einem Stuhl am Rande der Tanzfläche und starrte wie hypnotisiert auf die zuckenden Körper.
Woran denkst du, fragte mich ein Freund. Nichts. Leer. Oh Gott, ich war ja völlig weggetreten. Wo war ich? Das waren meine ersten Begegnungen mit der Zeitlosigkeit – genauer mit der Freiheit, die ich aber erst als eine solche erkannte, als ich während meiner Meditationsübungen einen geistigen Zustand erreichte, der ebenfalls auf „Gedankenlosigkeit“ beruhte, allerdings eine bezeugte, bewusste Gedankenlosigkeit.
Stille. Zeitlosigkeit. Wie lange? Das ist während der Zeitlosigkeit irrelevant. Ist es besser, in der Ewigkeit zu verweilen oder doch besser, am Leben und am Wandel der Zeit teilzunehmen?
Zeit und Ewigkeit ist ein Gegensatzpaar. Die Pole wechseln einander ab wie Samsara und Nirvana, und dieser Wechsel gehört zur einzigen Sicherheit die es im Universum gibt: dem Wandel.
Im Zentrum des Wandels (im Wesenskern) herrscht Stille, die stille Freude des Beobachters, jenes Prinzips, das alles erlebt, all die Unsicherheit, allen Wandel, alle Freude am Leben und an der Stille des Augenblicks die jenseits der Zeit liegt.
Die Augenblicke, in denen ich der Zeit mit ihrem Druck weggelaufen bin, zählen zu den köstlichsten in meinem Leben. Ferien waren es früher. In den Ferien war ich raus aus dem Alltag und erfuhr Augenblicke der Zeitlosigkeit. Eine Feldweggabelung mit goldgelben Weizenfeldern auf beiden Seiten. Ein schattiger Baum in der Mittagshitze. Eine Bank. Ein plätschernder Bach. Wiehernde Pferde auf einer nahe liegenden Weide. Du streckst die Beine von dir und atmest tief durch. Das Getreide duftet und der lauwarme Wind lässt kleine Wogen entstehen. Ich liebe diese Spaziergänge zu jeder Jahreszeit. Augenblicke der sorglosen Rast, ein Hauch von Ewigkeit.
Mit dem Geist in der Zeitlosigkeit zu verweilen ist das Ziel meditativer Übungen. der mittlere Weg. Es ist auch der Weg der Harmonie und des geringsten Widerstandes. Er beginnt damit, auf Pläne zu verzichten und die Vergangenheit ruhen zu lassen. Das funktioniert nicht immer. Aber immer öfter…
HKD
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